27.07.2010 15:32 Uhr, geschrieben von Karima
Bereits aus altrömischer Zeit gibt es Bildmaterial von bikiniähnlichen Kleidungsstücken, die von Frauen getragen wurden. Allerdings kann man nicht mit Sicherheit sagen, dass diese Kleidung auch unter der ganz normalen Oberbekleidung getragen wurde. Für Männer ist für das Mittelalter eine Art Unterhose überliefert, aber auch hier ist nicht sicher, dass diese im Alltag getragen wurden. Unterwäscheteile bzw. Hemden für Männer und Frauen wurden erst aus der frühen Neuzeit belegt.
Unterröcke, Hemden und Strümpfe wurden von Frauen im 18. Jahrhundert als Unterwäsche getragen. Korsetts zählten ebenfalls zur Unterkleidung, jedoch nicht als Unterwäsche, da man diese nicht waschen konnte. Ab dem frühen 19. Jahrhundert trugen Frauen Unterhosen, die im Schritt offen waren. Der geschlossene Slip setzte sich erst mit der Reformbewegung durch.
Die Art der Unterwäsche, die wir heute kennen, entwickelte sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Unterwäsche für Damen und Herren wurde bis in das 19. Jahrhundert fast ausschließlich aus weißem Leinen gefertigt, denn Leinen war im Gegensatz zu Wolle relativ günstig und gut waschbar. Erst im frühen 19. Jahrhundert wurde Baumwolle für die Allgemeinheit erschwinglich. Weiße Unterwäsche wurde aus den folgenden Gründen bevorzugt:
- Leinen muss aufwendig gebleicht werden, bis es weiß ist. Daher ist weißer Stoff ein Statussymbol.
- Ein weiteres Statussymbol ist ebenfalls genug Unterwäsche zu besitzen, um diese regelmäßig wechseln zu können, da diese nicht lange weiß bleibt und schnell verschmutzt.
- Nur ungefärbter weißer Stoff konnte mit chemischen Mitteln wie z.B. Chlorlauge oder mechanischen Mitteln entsprechend behandelt werden, denn diese Mittel waren nötig, um Flecken vollständig entfernen zu können. Gefärbter Stoff würde einer solchen Behandlung nicht standhalten können.
Wäschegeschäfte bzw. Unterwäschegeschäfte wurden bis in das 20. Jahrhundert auch Weißwarengeschäfte genannt, denn die Vorliebe für weiße Wäsche hat sich bis heute gehalten.